Gleich zu Beginn der Sendung kommt der schwer betroffene evangelische Pfarrer der Gemeinde, Carsten Häublein, zu Wort. Er kann sich in keinem Raum des Pfarrhauses mehr aufhalten; überall sind für ihn die oben genannten Symptome präsent. Der bislang kerngesunde Mann ist kaum noch in der Lage, seiner Aufgabe nachzukommen. Zusammen mit weiteren Betroffenen, dem Diplomingenieur für Nachrichten- und Hochfrequenztechnik, Werner Funk, und Suzanne Sohmer, die als chemisch-tech-nische Angestellte beim Meteorologischen Observatorium auf dem Hohen Peißenberg arbeitsunfähig wurde, ist er gezwungen, sein Heil in einem geheim gehaltenen Funkloch im Wald zu suchen.
Der Vertreter von T-Mobile, Herr Michael Keller, erläutert hierzu, dass lediglich die veraltete Sendetechnik für GSM (»Global System for Mobile Communications«) nicht mehr produziert werde und durch eine neuartige, verbesserte Technologie ersetzt worden sei. Dadurch werde der Handyempfang verbessert und könne eine größere Menge an Daten übertragen werden. Eine Erklärung für die Vorfälle in Oberammergau habe er nicht. Seine Behauptung, dass es nirgendwo sonst vergleichbare Beschwerden gebe, löst heftiges Hohngelächter im Saal aus.
Auch der Bürgermeister der Gemeinde, Rolf Zigon, sowie zwei Ärzte bestätigen eine signifikante Zunahme der Beschwerden bei zahlreichen ihrer früher gesunden Patienten seit Herbst.
Hans Schütz, der Sprecher der Umweltinitiative Pfaffenwinkel, zeigt mit klaren Worten auf, dass vergleichbare Symptome auch mit der herkömmlichen Technologie des Mobilfunks durch zahllose Studien nachgewiesen seien, dass dies gegen den Art. 2 des Grundgesetzes verstoße und eine massive Körperverletzung darstelle und dass die gesamte Mobilfunktechnik von Grund auf geändert werden müsse. Die wissenschaftlichen Studien seien mit Vorsicht zu genießen, denn wer nichts finden wolle, der finde auch nichts. Der tosende Beifall bestätigt, dass er fast allen Anwesenden aus der Seele gesprochen hat.
Dr. Klaus Buchner, Professor an der TU München, erklärt, dass die neu aufmodulierte, extrem niedrige Frequenz von 8,3 Hertz signifikant in die Gehirnströme der Menschen, deren Nervensystem und die Körperzellen eingreife und von daher besonders gefährlich sei.
Über die immer wieder anklingenden deutschen Grenzwerte erläutert Dr. med. H. C. Scheiner, dass diese von der Internationalen Strahlenschutzkommission ICNIRP (bekanntlich ein privater Verein in München!) 1996 durch Wissenschaftsbetrug festgesetzt worden seien.
Die Homöopathin Martje Herzog aus Fuchstal ergänzt, dass man für die Ermittlung dieser Grenzwerte lediglich eine mit Gel gefüllte Plastikpuppe sechs Minuten lang einer Handystrahlung ausgesetzt und nur die Erwärmung des Gels gemessen habe. Andere Wirkungen auf Mensch, Tier und Wald seien bis heute nicht berücksichtigt worden.
Dagegen geht die Aussage des Ministeriumsvertreters, Herrn Dr. Otmar Bernhard, dass Politiker „ihr Ohr immer nah am Bürger“ hätten und diese Vorfälle ernst nähmen, im Gelächter unter. Den mehrmals geäußerten Vorwurf, dass die meisten Gutachten von der Mobilfunkindustrie finanziert oder gesteuert seien, kann er jedenfalls nicht ausräumen.
Resümee und Ausblick
Tilmann Schöberl ist zu bescheinigen, dass er die Sendung straff leitete und den Betroffenen und Kritikern deutlich mehr Raum einräumte als den Befürwortern und Beschwichtigern. Ein guter Ansatz, wenn auch in dem knappen zeitlichen Rahmen von einer Dreiviertelstunde viele Punkte der Thematik nicht unterzubringen waren. So fiel unter den Tisch, dass die neue Technik in Oberammergau (und anderswo!) so gut wie nicht abschirmbar ist, selbst dickste Mauern mühelos durchdringt und für Menschen, die schon bisher unter dem seit 1932 bekannten »Mikrowellensyndrom« litten, eine lebensbedrohliche Verschärfung ihres Leidens bedeutet. Ferner blieb unerwähnt, dass sich der »Frequenzmix« in Oberammergau besonders ungünstig auswirken könnte: Die massive Strahlung der nahe gelegenen Sendeanlagen auf dem Hohenpeißenberg, gepaart mit der bisherigen GSM-Strahlung und der neu aufmodulierten Niederfrequenz, dazu die Situation der nahe gelegenen Gebirge, welche die Strahlen reflektieren – all dies könnte dort zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen. Denn Taktung und Rhythmen der elektromagnetischen Wellen könnten entscheidenden Einfluss auf das Nervensystem des Menschen nehmen. Dies ist zumindest eine stark vereinfachte Analyse des Diplomingenieurs Dr. Volker Schorpp aus Bietigheim.
Ferner ist die Zielsetzung der meisten Initiativen: Soforthilfe für Betroffene, ein Grundrecht auf Funklöcher für Elektrosensible sowie eine drastische Herabsetzung der Grenzwerte noch nicht angesprochen worden.–
Viel Diskussionsbedarf also für weitere Sendungen!
Die Betroffenen und ihre Ärzte haben keine Unterlagen nach RKI Kasuistik an die zuständige Behörde eingereicht. Sie verweigern die Zusammenarbeit. Das macht keinen guten Eindruck.
Entsprechende Informationen habe ich im Forum der Webseite www.izgmf.de gelesen.
Mit freundlichem Gruß
Hans Klein